Kinder tüfteln: „Oh, es schwimmt“

Schorndorfer Nachrichten: 15. November 2018 von Barbara Pienek

Forscherfabrik und der Kindergarten Aichenbach waren beim landesweiten Tüftler- und Forscherinnentag dabei

 

Schorndorf. Was schwimmt im Wasser und was geht unter? Beim landesweiten Tüftler- und Forscherinnentag, bei dem erstmals auch die Schorndorfer Forscherfabrik dabei war, hat auch eine Gruppe Vier- bis Fünfjähriger aus dem Kindergarten Aichenbach experimentiert – und festgestellt: Allein das geringe Gewicht eines Gegenstandes reicht noch nicht aus, damit er oben bleibt. Zum Schwimmen braucht’s Luft, das begreifen auch schon Kindergartenkinder.

„Oh, es schwimmt“, staunt Mila, als Kursleiterin Adelheid Dörling ein leeres Glas ins Wasserbad setzt. Doch wie lange es oben bleibt – das sollen die Vier- bis Fünfjährigen herausfinden. Dafür dürfen sie in zwei Teams immer wieder gelb und blau gefärbtes Wasser aus kleinen Einwegspritzen in das Glas drücken. Erst zaghaft, dann immer forscher. Doch lange passiert nichts anderes, als dass sich die Wasserspritzer zu einer grünen Flüssigkeit vermischen. Das Glas sinkt erst nach vielen Runden und nur langsam tiefer. Finja, Matteo und Nina, Admir, Magdalena, Erik und Fabio drücken und drücken – bis es Balinda mit dem entscheidenden Spritzer schließlich gelingt, das Forschungsobjekt zu versenken.

Sinkt der Metallschlüssel, weil er auch Türen öffnen kann?

Doch eine Vorstellung, warum Gegenstände untergehen und andere schwimmen, haben die Kindergartenkinder noch nicht. Schulkinder wissen auf Anhieb – auch durch viele Alltags-Experimente: Schwämme bleiben oben, Metallschrauben sinken. Für die Vier- bis Fünfjährigen ist die Sache nicht so klar. Und so vermutet Arin auch erst: Der kleine Metallschlüssel in ihrer Hand wird deshalb sinken, weil er auch Türen öffnen kann. Doch mit jeder Runde erfahren sie mehr: Die Muschel sinkt genauso wie das mit Sand gefüllte Plastikröhrchen und der kleine Stein, der Schwamm, der Legostein und der Gummiball, der eigentlich recht schwer ist, aber bleiben oben. So wie auch das schmale Stück Holzpappe, das wie ein Boot an der Oberfläche treibt. Und schwimmen – jetzt wird’s spannend – kann auch der schwere Metalltopf, den Adelheid Dörling ins Wasserbad setzt. Warum das so ist, demonstriert die Kursleiterin mit einer luftgefüllten Spritze: Sobald sie die zusammendrückt, steigen die Wasserbläschen nach oben und die Spritze bleibt auf dem Grund. Dann liegt’s also an der Luft: „Und deshalb“, erfahren die Kindergartenkinder, „helfen euch auch eure Schwimmflügel und lassen euch nicht untergehen.“

Zum ersten Mal ist die Forscherfabrik beim landesweiten Tüftler- und Forscherinnentag dabei. Im vergangenen Jahr steckte das Schorndorfer Experimentiermuseum noch in den letzten Vorbereitungen für die Eröffnung im Februar 2018. Doch seitdem hat es schon etlichen Kindergarten- und Schulkindern die Möglichkeit zum Forschen und Experimentieren geboten. „Von April bis Juli“, berichtet Dörling, „waren wir komplett ausgebucht.“ Und in diesem Herbst gibt es für Kindergarten- und Schulgruppen auch nur noch wenige Lücken im Kursplan.

Dass Naturwissenschaften Spaß machen, das können schon die Kleinen erfahren. Mit dem Tüftler- und Forscherinnentag, den die „element-i-Bildungsstiftung“ vor fünf Jahren ins Leben gerufen hat, sollen Kinder zwischen vier und sieben Jahren spielerisch an Mathematik-, Informatik-, Naturwissenschafts- und Technik-Themen herangeführt werden. Dank 50 Kooperationspartnern hatten in diesem Jahr mehr als 1000 Kinder in kostenfreien Mitmach-Workshops Gelegenheit zum Experimentieren: An diesem zweiten Dienstag im November wurde in ganz Baden-Württemberg in Laboren, Werkstätten, Museen, auf Baustellen und im Klassenzimmer geforscht, getüftelt und gewerkelt – getreu dem Motto „Erfahrung ist der beste Lehrmeister“.

Und zur Belohnung wird – nachdem es zur Einstimmung mit „Oh, oh, Oktopus“ eine Bilderbuchgeschichte gab – in der Forscherfabrik sogar noch gebastelt: Aus Plastikpipetten, Draht und Wollfäden entsteht ein „Cartesischer Taucher“, der auf Druck in einer mit Wasser gefüllten Plastikflasche zum Nixen-Angeln auf den Grund sinkt. Und wen wundert’s: Auch bei diesem Wasserteufel-Experiment spielt die Luft natürlich die entscheidende Rolle.

Bildnachweis: Gaby Schneider Pressefoto

Was genau ist die Forscherfabrik?

In der Forscherfabrik Schorndorf kannst du selbst tüfteln und experimentieren. Du kannst Blitze lenken, Kugeln fliegen lassen und vieles mehr. Die Forscherfabrik Schorndorf ist speziell für Kinder im Alter zwischen 4 und 12 Jahren ausgerichtet, aber selbstverständlich darfst du deine Familie mitbringen. Und: Du kannst mit deiner Schulklasse oder Kindergartengruppe einen Experimentierkurs besuchen.

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